Freitag, 25. April 2014

Guide: Niederdrucksensor/Thrust-Sensor G410 2.0 TFSI - Kaltstartprobleme/Motor geht während der Fahrt aus/stirbt an der Kreuzung ab

Achtung: Ich übernehme keinerlei Haftung für selbst durchgeführte Arbeiten am Fahrzeug oder Schäden welche dadurch auftreten können! Schrauben auf eigene Gefahr. Ich biete lediglich Tipps & Hilfestellungen zu Arbeiten am Auto.

Grüß euch!

Bei meinem heutigen Eintrag möchte ich ein Fehlerbild und die dazu passende Fehlerbehebung präsentieren, welche mir selber einige Nerven gekostet hat!

Es geht um folgende Symptome:

- Motor geht morgens z.B. beim ersten Startversuch sofort wieder aus, springt beim zweiten Versuch aber einwandfrei an
- Motor geht beim hinrollen auf eine Kreuzung oder während der Fahrt einfach aus - springt danach sofort wieder an oder geht nach einigen Sekunden Wartezeit rollend mit eingekuppelten Gang wieder an, als ob nichts gewesen wäre

Wirkt im ersten Moment wie eine Vakuum-Leck, eine Undichtigkeit im System bei der Falschluft gezogen wird. Deswegen habe ich die Saugseitig & Druckseitig alles nachkontrolliert, diverse Schlauchleitungen der Vakuum-Pumpe sowie die PCV & NCV Motorentlüftung und auch die EVAP-Tankentlüftung kontrolliert - alles i.O. 

Weiters habe ich auch mit meinem zweiten Schlüssel probiert ob es mit der Wegfahrsperre zusammenhängt, war auch nicht der Fall.

Fehlercode auslesen ergab: Nichts - absolut leer. Nur eine nicht korrekte Fensterheber-Adaptierung war passiv abgelegt^^ 

Da ich nicht auf ein vollwertiges VCDS-System zurückgreifen konnte habe ich beim VW Händler meines geringsten Misstrauens um technische Unterstützung gebeten.

Nachdem wir Undichtigkeiten definitiv ausschließen konnten und einige Sensoren durchkontrolliert hatten, kamen wir nach etwas Suche zu folgendem Conclusio und schlussendlich auch zur Fehlerquelle.

Der G410 Niederdrucksensor/ Thrust-Sensor, montiert an der Hitachi-Hochdruckpumpe ( linksseitig) ist Defekt.

Dieser Sensor betrifft wieder alle 2.0 TFSI EA113 egal ob Längs oder Quer eingebaut bis ca. 2008/2009. Ich weiß nicht ab wann der aktuellste Sensor ab Werk eingebaut wurde! Mein Bj. 2008 BWJ hatte einen J Sensor eingebaut.

Hier etwas Literatur dazu, denn der gute G410 ist kein unbeschriebenes Blatt!

Service-Information G410 2.0 TFSI USA
(erste Rückholaktion von E auf J aber Sensor J hat die selben Probleme wie Sensor E, deshalb gibt es jetzt den Sensor K )

Im kurzen zusammengefasst: G410 Niederdrucksensoren mit der Teilenummer 06E 906 051 E oder 06E 906 051 J können durch ungewolltes eindringen ( Fertigungsfehler) von Kraftstoff ins Sensor-innere falsche Werte an das Motorsteuergerät/Kraftstoffpumpenmodul schicken und somit die Kraftstoffversorgung für die Hochdruckpumpe negativ beeinträchtigen, und diese schaltet dann bei überschreiten/unterschreiten von Toleranzen ab ( Sicherheitseinrichtung ).

Mögliche Symptome & Fehlercodes:

Motorkontrollleuchte leuchtet auf

P310B/012555 - Niederdruck Kraftstoffversorgung - Kraftstoffdruck unterer Grenzwert unterschritten/ oberer Grenzwert überschritten

P2543 - Niederdrucksensor (G410) - Fehler

P0087 - Hochdruck Kraftstoffversorgung/ Raildruck - unterer Grenzwert unterschritten


Generell Fehlercodes welche anzeigen dass der Niederdruck zu niedrig/zu hoch ist oder der Raildruck zusammengebrochen ist und das untere Limit unterschritten wurde. 
Weiters kann sich die Gemischbildung sporadisch ändern/verfälschen somit können auch Lambdasonden-Fehler abgelegt sein. Oder wie in meinem Fall: garkein Fehlercode!

Das sicherste und anfängliche Symptom ist aber dass der Wagen morgens nicht beim ersten Versuch anspringt, sondern erst beim zweiten Versuch! Weiters kann es sein dass der Motor manchmal recht hart anspringt und es ihn richtig reißt. Wenn man beim öffnen der Fahrzeugtür die Hochdruckpumpe nicht fördern hört, ist das auch ein sehr sicheres Indiz.

Aber warum macht er das?

Ein Beispiel: Die Niederdruck-Kraftstoffpumpe im Tank ist im Stande maximal 6 - 6,5 Bar Kraftstoffdruck je nach Lastanforderung aufzubringen. Die Regelung ist "bedarfsgesteuert", daher fördert die Pumpe im Tank immer nur soviel vor zum Motor wie angefordert wird ( es gibt ja keine Rücklaufleitung bei den 2.0 TFSI ). 

Situation: Fahrzeug beschleunigt -> Ein Kraftstoffdruck von 6 Bar wird angefordert was ca. 80% Lastanforderung für die Intank-Pumpe bedeutet -> Das Kraftstoffpumpen-Modul nimmt diese Anforderung entgegen und befehlt der Pumpe im Tank zu fördern -> Der geförderte Kraftstoff kommt an der Hochdruckpumpe an und geht am G410 vorbei welcher 6 Bar erkennt -> die Hochdruckpumpe kann mit der richtigen Kraftstoffmenge arbeiten, den Raildruck aufrecht halten und das Fahrzeug beschleunigt brav. 

Wenn der G410 nun defekt ist, misst er keine 6 Bar sondern bspw. 11 Bar. Was passiert? Das Kraftstoffpumpenmodul wird vom G410 darüber verständigt dass bereits mehr als genug Druck anliegt und bittet die Förderung einzustellen ( das Fahrzeug muss aber trotzdem weiter beschleunigen!) . Die Lastanforderung wird auf 10% reduziert, der Druck sinkt, der G410 liest aber weiterhin fälschlicherweise seine 11 Bar -> Die Hochdruckpumpe bemerkt den Mangel an Kraftstoff und schaltet sicherheitshalber ab weil sie den Raildruck nicht aufrecht erhalten kann und ihre eigene Schmierung durch fehlenden Kraftstoff nicht sichergestellt werden kann -> Der Motor geht aus.

Mein Sensor hat sporadisch im Leerlauf den gemessenen Druck verdoppelt und somit den Motor zum abstellen "gezwungen". Die Pumpe kann technisch nicht mehr als 6,5 Bar fördern! Daher können eben diverse Fehler im Motorsteuergerät darauf hinweisen dass die Anforderung zu hoch/außerhalb der Spezifikation oder der Druck im System zu niedrig ist. 

Auslesen kann man diese Werte im MWB 103 und 106 - im Leerlauf sollte der Raildruck bei 48-50 Bar liegen, der Maximaldruck sollte durchwegs bei über 110 Bar liegen ( bei Vollgas) und nicht auf z.B. 90 Bar absinken. Die Lastanforderung im Leerlauf muss unter 70% liegen, sollte sich bei 40-60% einpendeln ( wenn höher Verdacht auf eine defekte Pumpe/Kraftstoffpumpenfördermodul oder verlegten Kraftstoffilter ). Wenn die Lastanforderung unter 40% ( bspw. 10% ) sinkt, und der gemessene Niederdruck in die Höhe steigt ( bspw. 10 Bar ) dann ist der G410 definitiv ein Top-Kandidat.

Die Lösung für dieses Problem hat die Teilenummer 06E 906 051 K und kostet beim VW Händler ca. 40€ - der aktuellste G410 Niederdrucksensor.

UPDATE:  Da wie es scheint auch neuere Sensoren, sowohl der K als auch Nachfolgemodelle, immernoch zum Teil an eindringenden Kraftstoff leiden, sollte man einen defekten Sensor niemals ganz ausschließen!


Der Tausch des Sensors ist denkbar einfach aber hier in eine kurze Beschreibung:

Position des Sensors im Motorraum:

Identifizierung des Sensorstands:




Wie gesagt, die Sensoren mit dem Endbuchstaben E & J sind die möglichen Übeltäter! Die aktuellste Version K hat die Problematik mit dem ungewollten Eintritt von Kraftstoff überstanden.

Zum Tausch/Identifizierung des Sensors:

Dafür müsst ihr Ansaugschnorchel lockern, Luftmassenmesser abstecken, Schubumluftleitung bei K04 Modellen freilegen und dann die Motorabdeckung beherzt abziehen.



Es kann sein dass die Teilenummer nicht lesbar ist weil die Seite mit der Nummer zum Motor hingewandt ist, dann müsst ihr euch vll. etwas mit dem Smartphone spielen um es trotzdem erkennen zu können. Auf jedenfall müsst ihr für den Tausch den Schlauch des PCV-Ventils abziehen und in Seite drehen damit er nicht beim arbeiten stört.



1. Zündung abdrehen, Türen geschlossen halten und nun beim Ablassventil die Gummi-Kappe abschrauben und mit einem kleinen Schraubenzieher oder dergleichen das System drucklos machen (Fahrradreifenventil-like ). Ein Tuch bereithalten, eine kleine Menge Benzin wird austreten! Der Druck kann dennoch sehr hoch sein daher Vorsicht walten lassen und behutsam arbeiten. Danach die Gummi-Kappe wieder aufschrauben.

2. Mit einem 24mm Gabelschlüssel/Leitungsschlüssel den Sensor abschrauben und den neuen wieder reinschrauben, so easy. Anzugsdrehmoment beträgt 15Nm also sachte!

Danach wieder alles anstecken und in umgekehrter Reihenfolge zusammenbauen.

Bevor ihr den Motor jetzt startet idealerweise 2-3 mal die Zündung aufdrehen um den Kraftstoffdruck im System wiederherzustellen und alles auf Dichtheit zu überprüfen. Dann könnt ihr starten und euch freuen falls das euer Problem war :)

Fehlerspeicher löschen wäre nicht verkehrt und eine Grundeinstellung der Kraftstoffpumpe beim freundlichen ist auch in wenigen Minuten erledigt, ist aber nicht unbedingt erforderlich!

Es gibt/gab in Deutschland von Audi/VW eine Service-Aktion namens 24M4/24M5 - ihr könnt da ja mal nachfragen ob es da noch Kulanz gibt.


Ich danke für die Aufmerksamkeit, viel Spaß beim schrauben!

INFO: Es kann auch bei K-Revision Niederdrucksensoren passieren dass diese genauso wie die Vorgängerrevisionen falsche Werte ausgeben. Also ist, falls ein Problem mit der Kraftstoffversorgung auftritt, auch ein bereits eingebauter Revision K Sensor ein möglicher Fehlerkandidat!

Mfg Klaus

Habt ihr Fragen hierzu, oder zu einen meiner anderen Blog-Einträge? Dann könnt ihr mich gerne unter Tekkenklatsche@gmail.com kontaktieren!







Freitag, 4. April 2014

Guide: Service-Informationen / Service- Checklist für das jährliche Service in Eigenregie!

Achtung: Ich übernehme keinerlei Haftung für selbst durchgeführte Arbeiten am Fahrzeug oder Schäden welche dadurch auftreten können! Schrauben auf eigene Gefahr. Ich biete lediglich Tipps & Hilfestellungen zu Arbeiten am Auto.

Ich grüße euch,

Wie angekündigt habe ich vor wieder einiges niederzuschreiben, und werde mit der jährlichen Pflicht eines Autobesitzers anfangen. ( Longlife mal ausgeschlossen )

Dem Service.

Das liebe Auto möchte jedes Jahr mit etwas Liebe in Schuss gehalten werden. Etwas Öl, ein Filter und ein paar Kontrollarbeiten sind die Basis des jährlichen Services. Bei modernen Fahrzeugen wird es zwar zunehmends schwerer das eigene Hab & Gut zu servicieren, bei Fahrzeugen mit dem 2.0 TFSI ist man aber noch auf der Schwelle des möglichen.

Deswegen habe ich mir kombiniert aus den Original-Unterlagen & Erfahrungswerten eine eigene ToDo-Liste für die jeweiligen Services zusammengestellt - angepasst an den 2.0 TFSI-Motor ( BWJ ). In der Praxis dürften sich die verschiedenen TFSI-Motoren in Sachen Erhaltung aber nur unwesentlich unterscheiden.

Diese Checklist für alle Jahre/Inspektionen mit allen meiner Meinung nach nötigen Punkten, könnt ihr euch hier runterladen:

Service-Checkliste zum Download



Nachfolgend werde ich die einzelnen Punkte des Dokuments noch etwas näher beschreiben. Einige der Punkte erfordern u.U. eine Grube oder Hebebühne, zumindest einen ausreichend dimensionierten Wagenheber ( nicht den originalen Wagenheber ) und Unterstell-Klötze oder sonstige Sicherungsmaßnahmen. Lasst euch wenn nötig ruhig von einem befreundeten Mechaniker oder Kollegen helfen, es ist keine Schande. Sicherheit geht immer vor!


Allen anfangs: Das 15.000km oder Jahresservice!

- Motoröl und Ölfilter: ersetzen.

Ich persönlich habe mich auf das Castrol Edge FST 5W-40 (ohne Turbodiesel) eingeschossen weil ich mit diesem Öl bei meinen vorherigen Fahrzeugen sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Die vorausgesetze Norm lautet VW 502 00/ VW 504 00. Ich würde auf jedenfall von einem Longlife-Serviceintervall abraten und falls noch nicht gemacht, auf den 1-Jahresintervall mit maximal 15.000km umstellen. Das Motoröl habe ich lokal bei einem Ölhändler gekauft (10€/Liter ), den Ölfilter habe ich aus dem Zubehör für 10€ gekauft. Je nach Modell habt ihr eine Motorabdeckung/Verkapselung - diese muss vorher weichen ( Torx-Satz, Ratschensatz ). Als erstes könnt ihr nun das Öl ablassen ( 19mm Nuss ). Lasst euch dafür ruhig Zeit. Je nach Temperatur des Motoröls kann es schonmal eine halbe Stunde auslaufen. Das Motoröl bitte in einen Kanister ablassen und zu einer Altöl-Verwertung bringen. Der 2.0 TFSI hat einen Ölfilter-Einsatz, angebracht unter der Ansaugbrücke. Die Ölfilter-Verschlusskappe ist mit einem Ablassventil ausgestattet, welches mittels Spezialwerkzeug oder einem Schraubenzieher(behelfsmäßig) es einem ermöglicht die kleine Menge an Öl im Filtergehäuse vorher abzulassen. Wer das nicht machen möchte, kann ausgerüstet mit einem Tuch das Gehäuse einfach aufschrauben ( 36mm Sechskant-Nuss empfehlenswert ) und das Öl abfließen lassen - es handelt sich um ca. einen halben Liter also aufpassen! Tücher bereit legen! Beim neuen Filter sollte ein Dichtring beiliegen, das System erklärt sich dann ansich von selbst ( alten Dichtring an der Lasche rausziehen, neuen Dichtring mit der Lasche greifbar wieder einsetzen). Ölfiltergehäuse festmachen, Öl-Ablassschraube festmachen und Öl einfüllen - dabei folgende Dinge beachten:

Anzugsmomente & Füllmenge:

- Ölfiltergehäuse 25+5Nm 
- Öl- Ablassschraube 30Nm
- Ölfüllmenge samt Ölfiltergehäuse ( BWA, BWJ ) - 4,8l
- Ölfüllmenge samt Ölfiltergehäuse ( CDLJ ) - 4,7l
- Ölfüllmenge samt Ölfiltergehäuse ( CDLA ) - 5,3l


Diese Daten treffen auf den 2.0 TFSI BWJ zu! Wenn jemand für andere 2.0 TFSI Versionen abweichende Informationen hat, kann er sie mir gerne zukommen lassen damit ich diesen Eintrag adaptieren kann.

Beim Öl einfüllen schön langsam rantasten ( anhand des Ölmeßstabs nachvollziehen ) bis man auf der Maximal-Markierung ist. Das kann auch etwas dauern da das Öl je nach Außentemperatur etwas zäh sein kann. Wenn man sich vergewissert hat dass alles fest ist, kann man nun den Motor anstarten und kurz laufen lassen damit sich der Ölfilter wieder auffüllt. Den Motor abstellen, einige Minuten warten und danach den Ölstand auf Dreiviertel zwischen Min/Max korrigieren.

Wenn alles dicht & sauber ist und der Ölstand passt, kann man die Verkapselung wieder montieren und hat seinen Ölservice abgeschlossen. 

-Bremsbeläge/Scheibe vorne und hinten: Sichtprüfung.

Bremsscheiben auf Risse/starken Verschleiß/Verfärbungen kontrollieren, den Grat kontrollieren ( mit dem Finger ), Beläge optisch auf Mindestdicke kontrollieren. Mindestwerte/Verschleißwerte kann man sich z.B. im ATE-Online Teilekatalog auslesen und dann am eigenen Auto nachvollziehen/ausmessen.

-Reifen, einschließlich Reserverad: Profil, Lauffläche und Reifenfülldruck kontrollieren.

Idealerweise kombiniert sich das Service mit dem Räderwechsel zu Sommer/Winter daher immer brav beim montieren/abmontieren die Lauffläche/Karkasse auf Beschädigungen, eingefahrene Objekte oder erhöhten Verschleiß kontrollieren. Luftdruck z.B. an der Tankstelle kontrollieren. Eingelagerte Reifen ruhig mit +0,5 Bar zusätzlichen Druck ablegen. Reserverrad auch nie vergessen. Wenn man es denn mal braucht und es hat keine Luft, ist man erst recht wütend^^

-Beleuchtungsanlage am Auto.

Falls es der Bordcomputer nicht automatisch meldet, eine Lichtkontrolle rundherum innen wie außen kann nie schaden. 

-Scheibenwischer & Scheinwerferreinigungsanlage

Ihr wisst ja selber am besten ob eure Scheibenwischer noch ausreichend gut wischen. Also ggf. einen Wechsel der Scheibenwischer beim DIY-Service berücksichtigen. Scheinwerferreinigungsanlage lässt sich bei eingeschaltenem Licht und spätestens 3 maligen betätigen der Spritzfunktion auslösen und prüfen ( Seat Leon 1P Bj. 08 ).


-Abgasanlage kontrollieren.

Falls ihr über keine Grube oder Hebebühne verfügt, so müsst ihr euch wohl oder übel auf euer Gehör verlassen. Ein undichter Auspuff lässt sich ja doch relativ einfach diagnostizieren. Falls ihr die Möglichkeit auf eine Grube/Hebebühne habt könnt ihr die Auspuffanlage auf Rost/Durchrostungen und undichte Stelle kontrollieren. Undichte Anschlussstellen kann man eventuell mit Firegum abdichten. Bei Löchern oder starken Durchrostungen sollte man aber den Wechsel des befallenen Teils in Erwägung ziehen.

-Keilrippenriemen: Zustand prüfen/Spannung prüfen.

Den Keilrippenriemen auf optische Beschädigung prüfen. Die Spannung erfolgt automatisch, dennoch die Spannung mit dem guten alten Zwei Finger-Trick überprüfen. Den Riemen mit dem Zeigefinger und Daumen nehmen und verdrehen. Wenn sich der Riemen um mehr als  90° drehen lässt und u.U. schon Quietschgeräusche erzeugt, sollte man den Spanner kontrollieren und den Riemen ggf. ersetzen.

-Scheinwerfer: Einstellung kontrollieren/Sichtkontrolle.

Vor einer Wand die Lichtkegel der Scheinwerfer kontrollieren - dieser sollte auf beiden Scheinwerfern ziemlich gleichmäßig hoch sein. Der rechte SW darf ggf. etwas höher eingestellt sein. Kurvenlicht oder Automatische Leuchtweiten Regulierung auf korrekte Funktion beim Selbstest überprüfen ( bei jedem Motorstart ). Für eine korrekte Licht-Einstellung ( vorallem bei Xenon-Licht ) aber bitte in einer Werkstatt vorstellig werden - eventuell ist ein Diagnosecomputer notwendig für die Grundeinstellung.

-Türscharniere,Motorhauben-, Heckklappen- scharniere und Spiegelanklappmechanismus: schmieren.

Eine nicht zu unterschätzende Angelegenheit! Die Scharniere/Fanghaken/Fangbänder können durchwegs ungewollte Knacks oder Quietsch-Geräusche erzeugen. Mit handelsüblichen Fett und einem Pinsel einschmieren kann daher Wunder wirken!

-Kühlsystem: Kühlmittelstand und Frostschutzgrad kontrollieren. 

Der Pegel sollte bei kaltem Motor irgendwo zwischen Min und der Mitte liegen, bei warmen Motor an der Max-Markierung oder etwas darüber, aber ja nicht komplett voll. Das Kühlsystem ist ein geschlossenes System mit Überdruckventilation. Kühlwasser verliert man nicht einfach so, das hat immer einen Grund. Falls regelmäßig etwas fehlt muss man der Sache auf den Grund gehen, sonst kann es böse Folgen haben. Kontrolle des Standes nur bei ausgekühltem Motor durchführen.

Frostschutzgrad kann man mit einem Handrefraktometer kontrollieren - bekommt man im Autozubehör für wenige Euro. Nachfüllen mit G12 ( rot ) oder gleichwertigen Produkten mit Freigabe.

-Motorraum: Bauteile auf Beschädigungen oder Leckagen kontrollieren. Sichtprüfung.

Motorabdeckung auf Festsitz kontrollieren ( 4 Gummis ), auf Marderbisse oder sonstige Anzeichen für Tierbesuch im Motorraum achten, Deckel der Scheinwerfer innen auf Festsitz kontrollieren, Scheibenwischwasserstand kontrollieren und ggf. auffüllen

-Unterboden: Sichtprüfung.

Wieder ohne Grube/Bühne ein schweres Unterfangen. Wenn aber vorhanden, so auf Rost/Beschädigungen/lose Teile/poröse Gummis oder Schläuche und Ölverlust Ausschau halten.

-Service-Intervall-Anzeige: zurücksetzen.

Wenn alles i.O. ist und das Service beendet ist, kann man dann seine Anzeige zurücksetzen. Beim Seat Leon 1P VFL ohne Longlife funktioniert es wie folgt:

Tageskilometerrückstellknopf drücken -> Zündung einschalten -> Tageskilometerrückstellknopf nach rechts drehen -> Service zurückgesetzt ( auf 1 Jahr od. 15000km )

Wie es bei anderen Modellen ist kann ich nicht sagen. Ich denke aber dass Google hierfür einiges parat hat. 

-Fehlerspeicher auslesen.

Wer die Möglichkeit auf VCDS oder ein Diagnosegerät hat, kann sich auch den Fehlerspeicher ansehen. Schaden kann es definitiv nicht, bei groben Mängeln schreit das Fahrzeug sowieso von alleine.


zusätzlich alle 2 Jahre oder 30.000km

-Luftfiltereinsatz austauschen/Luftfilter reinigen.

Egal ob ihr die originale Ansaugung oder eine Aftermarket-Ansaugung verwendet, empfehle ich euch den Luftfilter alle 2 Jahre oder 30.000km auszutauschen oder falls möglich zu reinigen. Seat zumindest gibt den Wechsel beim 2.0 TFSI alle 90.000km vor und das ist Irsinn. Mein Original-Luftfilter hat nach 60tsd Kilometern ausgesehen wie eine Blackbox. Also ruhig die 20€ für einen Luftfilter ( oder Reinigungsset) investieren - der Motor wird es einem danken.

-Bremsflüssigkeit: Wechsel. 

Da Bremsflüssigkeit hygroskopisch ist, steigt der Wasseranteil in der Bremsflüssigkeit mit der Zeit. Da Wasser verdampfen kann, und man ungern ins leere Pedal steigt, sollte man daher alle 2 Jahre die Bremsflüssigkeit austauschen. Wer keine Gerätschaft dafür bzw. die Ahnung dazu hat, sollte diesen Vorgang aber einer Fachwerkstatt überlassen. Hier sollte man nicht ohne Ausbildung drangehen. Ein Wechsel in der Werkstatt kostet 30-50€.

-Becherstößel an der Hochdruckpumpe: kontrollieren.

Dieses Thema habe ich bereits in einem meiner Blog-Einträge behandelt, und für mich zumindest ist die Kontrolle des Stößels alle 2 Jahre eine Notwendigkeit von 15 Minuten. Fürs gute Gewissen, und die Geldbörse.

-Zündkerzen: ersetzen ( Leistungssteigerung, Kurzstrecke, viele Kaltstarts ) 

Bei leistungsgesteigerten Motoren sollte man seine Zündkerzen alle 2 Jahre oder 30.000km wechseln ( auf eventuell geänderte Temperaturwerte achten ). Wenn man Kurzstrecke fährt oder viele Kaltstarts hat, ebenfalls. Seat gibt für den 2.0 TFSI alle 90.000 Kilometer an - ein meiner Meinung nach viel zu großer Zeitraum für die Tatsache dass die Zündkerzen 30-40€ kosten und mit wenigen Handgriffen ausgetauscht sind. Zündkerzen können sehr wohl verschleißen und dabei eine schlechte Verbrennung und oder Zündaussetzer bewirken! Also wer seinen Motor liebt, sollte hier etwas öfter den Weg zum Teilehändler aufsuchen.

-Pollenfilter: Kontrollieren ggf. ersetzen.

Wenn die Klimaanlage schon etwas mieft und die Scheiben schnell beschlagen, sollte man sich einmal den Zustand des Pollenfilters zu Gemüte führen. Der Filter kostet je nach Modell 10-20€ und ist schnell gewechselt falls nötig. Beim Leon 1P sitzt der Pollenfilter unter dem Handschuhfach und ist sehr einfach zu kontrollieren/wechseln. Dürfte bei Golf 5/Audi A3 8P/Octavia 1Z auch so sein.


zusätzliche alle 4 Jahre oder 60.000km

-DSG-Getrieböl: Öl & Filter wechseln.

Ich besitze zwar kein DSG aber dieser Wechsel steht im Handbuch und sollte unbedingt durchgeführt werden. Dafür in Google nach einer Anleitung suchen oder eine Werkstatt aufsuchen. 

-Kraftstofffilter: Wechsel.

Der Kraftstofffilter beim 2.0 TFSI muss laut Seat _nie_ gewechselt werden. Nur wenn es Probleme gibt sollt man den Filter wechseln. Ich kann diese Meinung nicht teilen und daher empfehle ich den Filter spätestens alle 4 Jahre oder nach 60.000km auszutauschen. Der Filter kostet ca. 20-30€ und man tut seinem Fahrzeug damit definitiv etwas gutes.

-Getriebe: Füllstand kontrollieren ggf. nachfüllen.

Auch beim manuellen Getriebe kann man einmal den Füllstand kontrollieren. Wenn das Fahrzeug geradesteht dafür nur die seitliche Kontrollschraube herausschrauben und mit dem Finger erfühlen ob der Stand bis zur Unterkante-Schraubenloch reicht. Wenn ja, ist der Stand i.O. - wenn nicht sollte man nach Ölverlust Ausschau halten und ggf. nachfüllen ( VAG Original Getriebeöl ).

-Haldex-Kupplung: Öl wechseln.

Habe zwar kein Allradfahrzeug, so steht es aber im Handbuch geschrieben. Hierfür gilt wieder: Google für eine Anleitung oder die Werkstatt aufsuchen.

-Zündkerzen: Ersetzen ( Serienleistung ).

Wie bereits weiter oben erläutert, schreibt Seat alle 90.000km vor. Auch bei Serienleistung ist das ein recht langer Zeitraum. Von daher sollte man auch hier nicht knausern und die Zündkerzen alle 4 Jahre oder 60.000km ersetzen.

-Haltbarkeitsdatum Pannenset: Kontrollieren ggf. ersetzen.

So stehts im Handbuch geschrieben! Wenn man mal im Baumarkt vorbeikommt und man weiß dass das eigene schon abgelaufen ist, kann die Investition nicht schaden. Das alte Verbandszeug kann man dann Zuhause problemlos als Mini-Apotheke benutzen :)

-Batterie: Zustand prüfen.

Falls sich die Batterie nicht zwischenzeitlich durch schwächeln bei kalten Temperaturen bemerkbar macht, kann man auch einmal die Batterie einfach so prüfen. Wenn die Batterie eine Zustandsanzeige hat, diese einfach ablesen. Eine Batterie kann man aber auch bei einem ARBÖ/ÖAMTC/ADAC etc. oder in einer Werkstatt für kleines Geld mit einem Batterietester kontrollieren lassen.

Sonstige Arbeiten am 2.0 TFSI

-Zahnriemenwechsel: Alle 180.000km, keine Jahresbegrenzung ( BWJ )

So steht es im Handbuch geschrieben. Ich persönlich kann mich mit dem Gedanken den Zahnriemen so lange nicht zu tauschen absolut nicht anfreunden. Ich weiß nicht ob sich diese Angabe mit allen anderen 2.0 TFSI deckt, ich würde aber in Erwägung ziehen den Zahnriemen alle 120.000km oder 6 Jahre auszutauschen. Das ist eine Entscheidung die jeder für sich selbst treffen muss - oder nach Rücksprache mit einer Werkstatt entscheiden muss. Ich persönliche traue es dem Zahnriemen selber sehr wohl zu - da sich aber Wasserpumpe und Spannrolle ebenfalls mitdrehen, sind hier mehrere Komponenten welche diesen langen Zeitraum ausharren müssen. Jeder Mensch mit technischem Verständnis wird mir da beipflichten dass diese Angabe sehr optimistisch ist. Zumal die 2.0 TFSI in den ersten Jahren Probleme mit der Spannrolle des Zahnriemens hatten. Vorsicht ist besser als Nachsicht - ein Schaden am Zahnriemen kann einen Motorschaden herbeiführen. 

-Getriebeölwechsel(manuell): Alle 100.000km

Das MQ350 manuelle 6-Gang Getriebe ist zwar mit einer "Lebenszeit"-Füllung ausgerüstet, ein Ölwechsel kann hier aber absolut nicht schaden - auch wenn es ab Werk nicht vorgesehen ist. Da das Getriebe gern bei kalten Temperaturen hakelig wird, kann man mit mit einem Ölwechsel dem etwas entgegen wirken. Ich werde jedenfalls mein Getriebeöl bei 100.000km wechseln.



Soda! Somit sollten alle Punkte geklärt sein. Falls jemand Fragen hat oder meine Informationen erweitern kann, so stehe ich gerne unter Tekkenklatsche@gmail.com zur Verfügung.

Wer sich bei Arbeiten am eigenen Auto nicht sicher ist, sollte auf jedenfall fachkundige Hilfe an seiner Seite haben. Es hilft der beste Guide nichts, wenn man nachher hilflos dasteht!

In den kommenden Tagen werde ich meine Blog-Repertoir erweitern, da ich am 05.04.14 endlich meinen großen Service-Tag abhalten werde. Weitere Erfahrungen, Erkenntnisse und Anleitungen folgen dann sobald ich die Zeit habe um sie niederzuschreiben!

Ich hoffe ihr könnt mit dem Service-Dokument und der Anleitung etwas anfangen.

Mfg Klaus

Div. Anleitungen und Bilder zur Information:

http://www.motor-talk.de/forum/aktion/Attachment.html?attachmentId=672523

http://changegears.wordpress.com/maintenance-information/diy-2-0t-fsi-oil-change/


Habt ihr Fragen hierzu, oder zu einen meiner anderen Blog-Einträge? Dann könnt ihr mich gerne unter Tekkenklatsche@gmail.com kontaktieren!