Mittwoch, 27. April 2016

Guide: Motorradkauf, welche darfs sein?

Grüß euch,

In diesem Beitrag möchte ich die Wahl des richtigen Motorrades thematisieren.
Es gibt Leute die kaufen aus dem Bauch heraus ihre "Spielzeuge", ganz ohne Vorahnung, rein aus einem Impuls. Und dann gibt es Leute wie mich, die ihre Kaufentscheidungen schon im Vorfeld durch verschiedenste Faktoren beeinflußen und so die in Frage kommenden Objekte auf ein Minimum reduziert werden.

So auch beim Motorrad! Deswegen waren meine Eckpfeiler für die Suche folgende:

-japanisch
-3 oder 4 Zylinder
-600ccm aufwärts
-70Ps aufwärts
-voll/teilverkleidet
-für große Leute geeignet

Was ich noch gerne mitgenommen hätte:

- Einspritzer-Motor
- rund 30.000 Kilometer am Tacho


So konnte ich fast alle meine Anforderungen an ein Motorrad erfüllen, und zwar mit einer Honda VFR 800 FI aus dem Jahre 2000 mit 43.000 Kilometern auf der Uhr. Die Maschine ist vom Händler, mit neuer Begutachtung, frischem Service und einem ansonsten sehr sauberen Zustand für ihr Alter. Die VFR sind bekannt für ihre Langlebigkeit und ihre Fähigkeiten als Allround-Talent. Mit ihren 106Ps ist sie zwar schon recht saftig motorisiert, mit Respekt und Ehrfurcht aber ist es ebenso eine solide Basis wie eine Investition in die Zukunft. 

Also im Vorfeld sollte man wissen: Welche Art Motorrad gefällt mir?

Ein Naked-Bike, eine Chopper oder gleich eine Rennmaschine?
Woher soll sie kommen? Klassisch japanisch, gezielt deutsch oder doch emotional italienisch? Es gibt viele Länder und viele Sitten, auch bei den Motorrädern - für jeden Geschmack ist etwas dabei.

Hier ein kleines Tool um zu prüfen ob euch die Maschine zumindest theoretisch passt: 


Wenn man eine gewisse Körpergröße hat, so wie meiner einer (197cm), dann fallen viele Optionen bereits im Vorfeld weg. Und nicht jeder ist sofort begeisterter Tourenfahrer mit großen, hohen Bikes :D

Beim Motorrad fahren hilft dann nur: Probefahren! Das löst die meisten Fragen in Luft auf. Eine dreiviertel Stunde bis Stunde sollte man dann schon fahren um zumindest einen groben Eindruck zu bekommen!

Ich persönlich gebe nichts auf irgendwelche vermeintlich gut gemeinten Ratschläge wie: "Zu Anfang nicht mehr als 50Ps", "keine großvolumigen Motoren für Fahranfänger" - das ist grundsätzlich Verallgemeinerung, obwohl ein Motorrad natürlich schon mit wenig Leistung sehr gefährlich sein kann. Das Problem liegt wenn dann in der Natur des "übermotivierten" Fahrers.

Wenn man mit 100Ps waghalsige Stunts auf den Straßen durchführt, dann auch mit 50Ps. Wenn man den Respekt vor dem Motorrad und vor der Straße nicht verliert, kann man mit jeder Maschine sicher unterwegs sein. Man muss sich nur selbst das Limit setzen können.

Einsteigerfreundliche Bikes wie eine Honda Hornet, eine Kawasaki ER6 oder eine Suzuki GSR sind für den immer heiße Tipps und können garantiert mehrere Saisonen eine Freude bereiten!

Unabhängig von der Motorradmarke oder Art, gibt es ein paar Punkte welche man bei einer Probefahrt oder eine kurzen Durchsicht bereits im Vorfeld checken sollte, die da wären(eventuell im beisein eines fachkundigen Kollegen ):

- Alter und Zustand des Antriebssatz ( Verschleiß Kette, Ritzel )?
- Alter und Zustand der Reifen?
- Un- oder Umfallschäden vorhanden?
- Services eingehalten?
- Bremsscheiben & Bremsbeläge auf Verschleiß prüfen
- Lenkkopflager und Schwinge auf Spiel überprüfen

Auch der Lackzustand ist, für mich zumindest, ein wichtiger Indikator dafür wie sehr sich der Vorbesitzer um sein Zweirad gekümmert hat.

In der Honda-Bedienungsanleitung z.B. wird der Verschleißgrad eines Ritzels mit folgendem Bild verdeutlicht:
Motorradreifen sollten nicht älter als 2 bis maximal 3 Jahre alt sein, weil eine fortgeschrittene Aushärtung des Reifens gerade beim Motorrad zu gefährlichen Situationen führen kann.

Die Bremsflüssigkeit gehört alle 2 Jahre erneuert.

Un- oder Umfallschäden können teure Folgen haben bei nicht fachgerechter Instandsetzung - fragen kostet nichts, gut möglich dass so etwas solange verschwiegen wird " bis man danach fragt".

Ventilspiel, Motoröl, Luftfilter - Regelmäßige Service gehören auch beim Motorrad gemacht! Den aktuellen Stand unbedingt erfragen, wenn möglich belegen lassen.

Bremsscheiben auf Restdicke kontrollieren. Ein hoher Grat am Rand der Scheibe deutet auf hohen Verschleiß hin. Beispiel VFR: Bremsscheibendicke NEU 5mm Dicke, verschlissen 3,5mm Dicke. Bremsbeläge am Indikator auf Restdicke prüfen.

Lager vorne und hinten kann man am besten am Hauptständer kontrollieren, mit einer zweiten Person wäre es optimal. Spiel im Lenkkopflager prüft man mit vertikalen Auf & Ab-Bewegungen, die Schwinge prüft man mit Links & Rechts-Bewegungen auf Spiel.

Am Ende entscheidet auch noch etwas das Bauchgefühl und natürlich auch die Geldbörse mit :)
Natürlich treffen die allermeisten dieser Punkte nicht auf ein neues Motorrad zu. 

Bei Fragen stehe ich euch unter Tekkenklatsche@gmail.com gerne zur Verfügung! 

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